BAFF-Kongress gegen Rassismus…

Seit über zehn Jahren engagiert sich das Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) gegen Rassismus, Rechtextremismus, Diskriminierung und gegen Kommerzialisierungstendenzen im deutschen Fußball.

Am letzten Wochenende fand nun in Leipzig der Fankongress des Bündnisses statt, an dem über 70 Fußballfans aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland teilnahmen.

Einer von ihnen ist der Österreicher Wolfgang Raml, Anhänger des Drittligisten Wiener SK. Er war in den letzten fünf Jahren bei fast jedem BAFF-Treffen dabei. In Österreich, so berichtete Raml gegenüber ND, gibt es derzeit wenig Initiativen im Fußball, die sich gegen Rassismus wenden. Auch Österreichs Fußballverband hält sich bei diesem Thema bislang zurück. So hat der Verband die neuen Regeln der FIFA gegen Rassismus noch immer nicht in seine Satzung übernommen.

Im Mittelpunkt des Fankongresses in Leipzig standen Diskussionen zu aktuelle Tendenzen des Rassismus in deutschen Stadien, das Verhältnis von BAFF zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) und zur Deutschen Fußball-Liga (DFL) sowie die Auswirkungen des modernen Fußballs auf den Fan-Alltag. Übereinstimmend wiesen die Teilnehmer in der Arbeitsgruppe "Rassismus" darauf hin, dass sich die meisten Fußballvereine beim Kampf gegen Rassismus eher passiv verhalten. Beispielhaftes Engagement wie das von www.fussballwmblog.de dagegen würde zwar geduldet, aber nicht aktiv unterstützt oder selbst initiiert.

Für BAFF-Sprecher Martin Endemann ist das symptomatisch. Wenn überhaupt, so gibt es – wie im letzten Jahr mit der DFB-Aktion "Zeig Rassismus die rote Karte!" – einmalige Initiativen. Notwendig sei aber eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus. Es müsse daher verstärkt Druck von DFB und DFL auf die Vereine ausgeübt werden.

Interessant waren die Erfahrungen verschiedener Vertreter von Ultra-Gruppierungen zum Umgang mit der Rassismus-Problematik in den Fankurven der Fußballstadien. "Inseln der Glückseligkeit", wie Endemann Vereine wie FC St. Pauli oder SV Babelsberg 03 nennt, bei denen es so gut wie keine Probleme mit Rassismus und Rechtsextremismus gibt, bilden eher eine rühmliche Ausnahme.

Fans aus Hannover, München, Frankfurt und Jena berichten auf dem Kongress in Leipzig von harten Auseinandersetzungen mit Fans, die sich fremdenfeindlich und diskriminierend äußern. Probleme gäbe es auch mit Leuten, die durch das demonstrative Tragen von Sachen der unter Neonazis beliebten Modemarke "Thor Steinar" auffallen. Übereinstimmend kam man zur Auffassung, dass nur der Aufbau eines Gegenpols in der Fankurve solchen Entwicklungen Einhalt gebietet.

Das werden auch die Themen sein, die BAFF auf die Tagesordnung des vom DFB für den Sommer angekündigten bundesweiten Fankongress setzen möchte.

Ein Kommentar

  1. […] Kongress gegen Rassismus! Abgelegt unter: Uncategorized — by pyne @ 1:08 nachmittags Genauso wie meine Freunde vom Fussball-WM-Blog will ich über einen wichtigen Kongress gegen Rassismus berichten, den BAFF veranstaltete. Hier der Link zum Bericht  >>> […]

    Kongress gegen Rassismus! « E. P. Pyne Blog - Samstag, 6. Oktober 2007 at 15:12 Uhr

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