Bremen: deutsch-israelischer Fan-Austausch!
Das ZDF, Partner von "Netz gegen Nazis", berichtete heute über die "Erste deutsch-israelische Fan-Begegnung in Bremen":
Pünktlich zum sechzigsten Geburtstag des Staates Israel treffen sich jugendliche Fußballfans aus Israel und Deutschland in Bremen zum Erfahrungsaustausch. Und stellen fest, dass sie ähnliche Probleme haben.
Samstag Nachmittag, Weser-Stadion Bremen, Ostkurve: Die Fans von Werder Bremen kommen beim 6:1-Sieg gegen Hannover 96 gar nicht aus dem Jubeln heraus.

Besonders hoch springt bei jedem Tor allerdings nicht der grün-weiße Anhang, sondern eine kleine Fangruppe in gelben Shirts, den Farben von Maccabi Tel Aviv. (…)
Ahmed ist einer von zwölf israelischen Fußballfans, die seit einer Woche auf Einladung des Fanprojektes Bremen Deutschland besuchen. Es ist der zweite Teil eines deutsch-israelischen Austausches unter dem Motto "Fußballfans gegen Gewalt und Rassismus", der im Dezember 2007 bereits eine Gruppe junger Bremer Fans nach Israel geführt hat. Vorausgegangen waren Treffen von Fachkräften der Jugendsozialarbeit. "Wir sind hier, um von den Deutschen zu lernen", sagt Shay Golub von den "Israfans", einer Dachorganisation verschiedener Vereinsanhänger.
"Wir wollen andere Wege kennen lernen, mit der Gewalt in Stadien umzugehen. Denn bei uns wird das nicht über pädagogische Arbeit gemacht, wie in Bremen, sondern nur über die Polizei und Gesetze, die alles Mögliche reglementieren", sagt Shay Golub. "Auf ihre Fanszene mit den Fanprojekten und gut organisierten Supporter Clubs könnten die Deutschen stolz sein, meint der Anhänger von Hapoel Kfar Saba. "Wir haben nur einige wenige organisierte Fanclubs bei uns. Aber wir kämpfen auch dafür, dass die Vereine unsere Interessen mehr beachten. "
Für die Bremer ist der Austausch ein wichtiger Schritt in der Arbeit gegen Diskriminierung und Antisemitismus. Auch in der Bremer Fanszene ist "Jude" oft als Schimpfwort zu hören. Umso mehr freut es Hafke, wie engagiert sich die Bremer Ultras an dem Fanaustausch beteiligen, zum Beispiel an Pfingstmontag beim Besuch in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen. "Wir haben gemeinsam des Holocaust gedacht. Jeweils zwölf Fans aus beiden Ländern haben jüdische Texte auf Hebräisch und Deutsch gelesen. Das war sehr bewegend", so Hafke.
Die Bremer mussten ihren neuen Freunden aber auch davon berichten, dass es einige Neonazis unter den Fußballfans gibt. So wurde der Ostkurvensaal Anfang letzten Jahres von einer rechtsextremen Fangruppe überfallen. "Auf die wollen wir natürlich nicht treffen", sagt Ahmed. "Zu uns ist jeder hier sehr nett. Wir haben viel Spaß mit den Bremer Fans."
































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