WM: 2000 Menschen protestierten friedlich gegen NPD!

Bürgerinnen und Bürger, unter ihnen auch Blogger von fussballwmblog.de, haben heute in Gelsenkirchen zur Bekämpfung von rechtsextremistischer Gewalt und Intoleranz aufgerufen. Allen voran Bundestagspräsident Norbert Lammert. 

Der CDU-Politiker sagte, die Fußball-WM sei ein großes Sportereignis und zugleich das größte Fest, das weltweit gefeiert werde. "Wir freuen uns, dass Deutschland Gastgeber dieses Fests sein darf." Daher wolle man tolerant und weltoffen auftreten: "Diese Stimmung werden wir uns von niemandem zerstören oder vermiesen lassen." Beim Fußball gehe es nicht nur um Titel, betonte Lammert: "Sondern auch um Freundschaft und Völkerverständigung, die länger halten soll als der Rausch eines Sieges."

Ausgerechnet dieses Ereignis und die Tage der Weltöffentlichkeit in Deutschland nutze die NPD für einen ihrer Aufmärsche, so Lammert. Es sei aber nicht Aufgabe des Bundesverfassungsgerichtes, "verlotterte Minderheiten an der Verbreitung ihrer schwachsinnigen Parolen zu hindern". Vielmehr sei es Aufgabe der Demokraten, dem entgegenzutreten. Man dürfe nicht zulassen, dass Extremisten das Bild Deutschlands im Ausland verzerrten.
 
Dem NPD-Aufmarsch während der Fußball-Weltmeisterschaft war ein tagelanges juristisches Tauziehen vorausgegangen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zunächst ein Verbot der Demonstration durch Gelsenkirchens Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt aufgehoben; nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster das Verbot in zweiter Instanz bestätigt hatte, billigte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die NPD-Kundgebung in einem am Freitag verkündeten Eilbeschluss.
 
Den Rechtsextremisten wurden von der Polizei nach Angaben von Einsatzleiter Peter Honnef starke Auflagen gemacht. So wurde der Zugweg auf rund einen Kilometer und die Zahl der mitgeführten Fahnen beschränkt.

Die Botschaft war eindeutig. Kein Mensch in diesem Land soll Angst haben müssen, weil er zum Beispiel augrund einer dunklen Hautfarbe anders als andere ist.  Bei der Fußball-WM gebe es den Kampf um Tore und den Sieg, aber ohne Ressentiments gegen andere Nationen. Auch Vizekanzler Franz Müntefering rief zum Widerstand gegen Rassismus auf.

"Ob Deutsche oder Nicht-Deutsche: Wir sind alle Sportsfreunde. Rassisten haben im Sport keinen Platz." Die NPD wolle die Fußball-WM für ihre Zwecke nutzen und Fremdenfeindlichkeit säen.

Nicht nur die gewaltbereiten Nazis in Springerstiefeln seien gefährlich sondern auch die, die deren Aktivitäten mit ihrem Geld möglich machten: "Vielleicht sind die mit den Nadelstreifen und dem Geld sogar die gefährlicheren." Was die NPD versuche, sei eine "alte Masche. Minderheiten verantwortlich zu machen für die Probleme, die es gibt." Dem müsse man mit klaren Botschaften begegnen: "Die braune Soße soll in Deutschland nie wieder eine Chance haben."

Die Veranstaltung des Bündnisses "Demokratische Initiative" stand unter dem Motto "Für bunte Vielfalt – gegen braune Einfalt".

3 Kommentare

  1. [...] Bundestagspräsident Norbert Lammert, der heute als Hauptredner bei einer friedlichen Kundgebung gegen den NPD-Aufmarsch in Gelsenkirchen auftrat, unterstützt unser Projekt gegen Rassismus und Antisemitismus zur Fussball-WM mit einem Grußwort: [...]

    Fussball-WM Blog » Blog Archiv » Norbert Lammert lobt fussballwmblog.de! - Samstag, 10. Juni 2006 at 14:05 Uhr
  2. [...] fussballwmblog.de ff. (WM: 2000 Menschen protestierten friedlich gegen NPD!) [...]

    World Cup: Fussball-WM-Pressespiegel 23/06: » Fussball-WM,Fußball-WM,Lotta,ZDF,Rekordquote - Samstag, 10. Juni 2006 at 16:57 Uhr
  3. [...] In Münster sei bei den Neonazi-Aufmärschen in der Innenstadt und in Hiltrup dem Rechtsextremismus eindrucksvoll eine Absage erteilt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Auch vor dem Hintergrund der NPD-Kundgebung in Gelsenkirchen während der WM seien Fahrgemeinschaften zu Gegendemonstrationen gebildet worden. [...]

    Fussball-WM Blog » Blog Archiv » Westfälische Nachrichten: “Gegen Rassismus im Fußball” - Samstag, 24. Juni 2006 at 12:14 Uhr